ERPNext zu Gast in Winterthur

In Winterthurs „Banane“ fand das Treffen statt. Foto: Roland Nonnenmacher / CC BY-SA 3.0

Ein Video von unserem Vortrag können Sie sich hier ansehen.

ERPNext ist nicht nur ein Software-Framework, sondern auch eine Community. Dank der offenen Architektur verschwimmen die Grenzen zwischen Benutzer und Entwickler. Die IT-Unternehmen, die mit ERPNext arbeiten, sind oft nicht nur Kunden, sondern auch Enthusiasten.

Gleichzeitig gibt es gerade im DACH-Raum noch viel zu tun, ehe das volle Potential von ERPNext ausgeschöpft werden kann. Vor allem die komplexen deutschen Verwaltungsprozesse müssen von lokalen, mit der Materie vertrauten Entwicklern integriert werden. Deshalb ist die deutschsprachige ERPNext-Community besonders aktiv und eng vernetzt.

Ein besonderes Highlight sind die seit letztem Jahr stattfindenden ERPNext-Usertreffen, die von der schweizerischen Firma libracore organisiert werden. Die kleinen Treffen bieten Gelegenheit für Austausch, Planung und Networking, aber vor allem machen sie auch einfach Spaß.

Aus dem Süden in den Süden

Schlaf? Ist nicht so wichtig; wenn es Kaffee gibt…

Deswegen setzte sich am 4. Oktober auch ein interessiertes Trio aus Gerolzhofen in Richtung Schweiz in Bewegung. Am frühesten Morgen packten unsere ERPNext-Expert*innen Laura, Max und Bernhard ihre Sachen und traten die Reise nach Winterthur an. Schlaf? Nicht so wichtig! Zumindest solange der Espresso nicht ausgeht…

Nach einer langen Zugfahrt über München und Bregenz kam die Truppe gegen 9 Uhr morgens schließlich in Winterthur an. Oder, besser gesagt, ein Drittel der Gruppe. Max und Laura kosteten ihre Erfahrung mit der schweizerischen Bahn nämlich voll aus. Sie jonglierten gerade noch ihr Gepäck durch einen vollgestopften Zug, als sich die Zugtüre vor ihrer Nase schloss und Winterthur mitsamt verdutztem Bernhard hinter dem Horizont verschwand.

Dank hilfsbereiter Schaffner und ihrer branchentypischen Fitness (vielen Dank in die Schweiz an dieser Stelle!) konnte das Duo am Bahnhof des Züricher Flughafens nach einem dramatischen Sprint gerade noch so in einen Zug zurück nach Winterthur springen. Das Usertreffen war gerettet – und die Schläfrigkeit obendrein besiegt.

Arbeitszeiterfassung ist ein Thema, das die Community umtreibt. Foto: K&K Software.

Ein bunter Haufen

Also ab ins Hotel BANANA City, wo sich Laura, Max und Bernhard nach einer kurzen Garderobenpause im Badezimmer – die Zimmer waren noch nicht bezugsfertig – dem Stehlunch zwischen Rinderfilet mit Polenta, Gnocchi und Kuchen im Glas anschlossen. Ein Blick in die Runde zeigte: etwa 25 Leute waren gekommen. Das sind etwas mehr als 2021, aber weniger als angemeldet. Immerhin: die allermeisten Gäste hatten eigene Vorträge im Gepäck. Für Gesprächsstoff war also auf jeden Fall gesorgt.

Besonders schön war, dass die ERPNext-Träger von Frappe mit Mayank Nahata eigens eine Vertretung aus Indien anreisen ließen. Auf die Art konnte sich die DACH-Community direkt mit den Trägern des Systems austauschen, was sich insbesondere beim an- und abschließenden Abendessen als überaus produktiv herausstellen würde.

Mayank Nahata ist eigens aus Indien in die Schweiz gereist.

Die restliche Runde war bunt gemischt. Nicht nur IT-Dienstleister waren vor Ort, sondern auch Unternehmen, die ERP für ihre Geschäfte nutzen. Auf diese Art entstand ein natürlicher Draht zwischen Kunden und Dienstleistern; das ist eine Spannung, von der ERPNext lebt und profitiert. Wir wollten ursprünglich auch einen Kunden einpacken. Das hat leider aus terminlichen Gründen nicht funktioniert.

Viele spannende Vorträge

Nach einer kurzen Einführung von libracores CEO Lars Müller ging es ans Eingemachte: innerhalb von etwa vier Stunden – länger war der Raum im Hotel BANANA City nicht mehr gebucht – standen insgesamt zehn Präsentationen an. Gehört haben wir leider nur neun Stück. libracores zweiter Gründer Joël Mesmer gab seine Redezeit, in der er etwas zum Thema Zeiterfassung sagen wollte, an Rolf Suter von der Microsynth AG ab, damit der Zeitplan eingehalten werden konnte.

Die in Deutschland bald gesetzlich verpflichtende Zeiterfassung bleibt ein Thema, das die ERPNext-DACH-Community umtreibt. So hat neben Joël Mesmers geplantem Vortrag auch Knut Dehnbostel, CTO der soft4automation GmbH, eine neue, mittels RFID-Chips betriebene, Zeituhr vorgestellt. Die kann sich per Schnittstelle direkt mit ERPNext verbinden und mit bestehenden Mitarbeiterkarten genutzt werden.

Zeiterfassung ist ein Thema, das die ERPNext-Community umtreibt.

Um die Dinge, die die ERPNext-DACH-Community beschäftigt, ging es auch in Melanie Rödels Vortrag „Besondere Anforderungen von Usern aus dem DACH-Raum an ERPNext“. Die Vertreterin der Alyf GmbH hat mit diesem Vortrag für eine besonders angeregte und produktive Diskussion gesorgt. Begeistert hat uns auch die die anschauliche Erzählung von einem ersten Jahr mit ERPNext von Marco Müller, einem Standortleiter der Innomat AG.

Unsere Gastgeber von libracore hatten außerdem noch einen zweiten Vortrag mit im Gepäck: schon direkt nach dem Lunch erzählte uns Lars Müller von ihrer Entwicklung einer EDI-Verkaufsschnittstelle, die es Unternehmen erlaubt, ihre Warenkataloge dynamisch und direkt an Kunden weitergeben zu können. Ein toller Vortrag, der es umso trauriger machte, dass Joël Mesmer auf seine Redezeit verzichten musste.

Am Nachmittag war unser großer Auftritt. Foto: K&K Software.

Voller Energie in die Zukunft

Gegen Ende des langen Tages, den unser Trio nicht zuletzt dank der im Nebenraum befindlichen Kaffeemaschine überleben konnte (aber mal ehrlich: wer nutzt Kaffeepads zur Versorgung von über 25 koffeinabhängigen IT-lern?), war schließlich K&K Software an der Reihe. Das Trio hatte einen Vortrag zur Einführung von ERPNext bei den Gemeindewerken Adelsdorf mitgebracht – inhaltliche Details finden interessierte Leser*innen in unserer Success-Story zum Thema.

Wir haben bis heute nicht ganz geklärt, woher das Herzklopfen kam: ob vom vielen Kaffee, oder der Aufregung. Klar ist aber: trotz einiger technischer Probleme und eines kurzen und gekonnt überspielten Blackouts (an die Leser*innen, die anwesend waren: den habt ihr nicht bemerkt, oder?) kam der Vortrag sichtlich gut an. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die vielen Rückfragen und das tolle Feedback.

Wir wurden nach dem Vortrag darauf angesprochen, eines der für Adelsdorf entwickelten Features in das Kernsystem von ERPNext einzubinden. Während da allerdings leider noch kein finaler Zeitplan steht, zeigt genau dieser Austausch, was Open-Source-Software ausmacht: gegenseitige Kollaboration und geteilte Skills. Wir freuen uns immer darüber, am Kernsystem arbeiten zu dürfen.

Eine unverhoffte Einladung

Wir danken libracore für die Einladung zum Essen.

Als gegen 18 Uhr das Ende der Veranstaltung erreicht war, wurden die Gäste zum Glück nicht direkt aus der Tür geschoben. Das gab genug Gelegenheit zum Plaudern und Netzwerken. Ein überraschend großer Teil der Anwesenden blieb bis deutlich über die reguläre Veranstaltung hinaus im Raum – ein weiteres Testament für die positive und kommunikative Stimmung im Raum.

Grund genug für libracore, die verbleibenden  Gäste – darunter auch Laura, Max und Bernhard – spontan und ungeplant zum Essen in einem nahen Restaurant einzuladen. An dieser Stelle sei unseren Gastgebern nochmal herzlich für die Einladung und das Essen gedankt; die K&K Software gibt das gerne zurück, sollte sich libracore eines Tages in Unterfranken wiederfinden! Vor dem Essen warf man sich schnell in die Dusche, denn endlich konnte man sich nach mal außerhalb eines öffentlichen Badezimmers frisch machen, und in neue Kleidung.

Das Essen selbst war köstlich und ein bisschen chaotisch – unser Trio bekam es mit einer wilden Mischung an Sprachen und Themen inmitten einer bunt zusammengewürfelten Gesellschaft zu tun. Das machte Spaß, war aber auch anstrengend. Besonders toll: auch Mayank Nahata von Frappe war anwesend und plauderte mit uns – ganz unverbindlich – über eine mögliche engere Zusammenarbeit unserer beiden Unternehmen.

Darum mussten wir die letzten Meter das Auto nehmen. Foto: Bahnschranke / CC BY-SA 3.0

Nach einem langen Tag, der um drei Uhr morgens begann und eine lange Zugfahrt, eine verpasste Haltestelle, einen aufregenden Vortrag und ein langes Abendessen umfasste, fielen die Drei von K&K Software gegen 23.30 unendlich müde ins Bett. Zum Glück klingelte der Wecker dieses Mal nicht um drei Uhr morgens. Die Heimfahrt war gnädigerweise erst am späten Vormittag angesetzt.

Die Heimfahrt via Schaffhausen und Stuttgart verlief dann auch etwas weniger aufregend als die Anreise; alle Anschlüsse bis Würzburg wurden problemlos erwischt, und Laura sowie Max sprangen auch immer rechtzeitig auf den Bahnsteig. In Würzburg ging man dann noch im Ohana essen – übrigens eine ganz dicke Empfehlung an alle mitlesenden Unterfranken – ehe Laura, Max, und Bernhard schließlich endgültig Zuhause ankamen.

Unser Trio hat viele Erinnerungen mitgenommen.

Unser Trio hat viel mitgenommen: neue Erfahrungen, Erlebnisse und Erinnerungen. Aber auch neue Impulse, Kontakte, und das Gefühl, Teil einer festen und freundlichen Community zu sein, die gemeinsam an einem Strang ziehen, um die weite Welt der IT ein bisschen besser zu machen. Danke ERPNext, und danke libracore für diesen tollen Tag!

Das Foto zeigt die 27 Mitarbeiter der K&K Software AG.

Team K&K Software AG

Wir bei K&K arbeiten in einem interdisziplinären Team zusammen. Das ist wunderbar, da so viele unterschiedliche Denkansätze ins Unternehmen kommen. Unsere Erfahrungsberichte, Branchennews, Anleitungen und Sonstiges stellen wir regelmäßig in diesem Blog online.

14. Oktober 2022

Jobs bei K&K Software

Unter https://stellen.kk-software.de finden Sie eine Übersicht unserer aktuellen Stellenangebote.